Die Blauen aus Zwehren e.V.
  Der Namensgeber
 

Gottlieb Graf von Haeseler (1836 - 1919)

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"Die Truppe soll keine Maschine sein, welche versagt, wenn der Maschinist sie nicht mehr leitet, sondern ein aus Persönlichkeiten bestehendes Ganzes, in dem der Einzelne im Bewußtsein seines persönlichen Wertes handelt."

Diese Worte des Generalfeldmarschalls Gottlieb von Haeseler gelten als Programm und Leitlinie eines Soldatenlebens, das sich im Dienst an der Truppe erfüllte.

Gottlieb Graf von Haeseler stammt aus der Mark, wo die Familie sich bis in das 16. Jahrhundert zurückverfolgen läßt. Aus bescheidenen Verhältnissen arbeitete sie sich empor und knüpfte durch Heirat die Bindungen zur alspreußischen Tradition. Ein Ahne der weiblichen Linie war bei FEHRBELLIN gefallen, zwei weitere dienten als General der Krone Preußens. Auch der Vater Haeselers schlug die militärische Laufbahn ein und diente als Gardehusar. Allerdings nahm er frühzeitig seinen Abschied und verwaltete neben seiner Tätigkeit als Landrat das geerbte Gut Hernecop am Eingang der "Märkischen Schweiz". Hier wuchs der junge Gottlieb, der am 19. Januar 1836 in POTSDAM geboren wurde, zusammen mit dem älteren Bruder Georg und der jüngeren Schwester Anna zwischen Kiefernwäldern und Seen auf. Bei der Berufswahl gab es für ihn kein Problem. Sein Ziel, Offizier zu werden, stand schon frühzeitig fest. Dabei hatte er allerdings nicht das volle Verständnis des Vaters, der mehr als einmal äußerte: "Ich verstehe nicht, was der Gottlieb für ein sonderbarer Mensch ist."

Im April 1853 hat Haeseler die erste Hürde genommen. Mit seinen 17 Jahren ist er Leutnant bei den in RATHENOW stationierten Zietenhusaren und stolzer Besitzer eines Pferdes. Nach zweijähriger Dienstzeit, in der sich Haeseler nur sehr widerwillig in die damals herrschende geistlose Routine des Alltagsdienstes einspannen ließ, wurde er 1855 Regimentsadjutant. Der damalige Geist des Heeres sah sein höchstes Ziel in der exerziermäßigen Bewegung großer Reitermassen. Insbesondere der russische Zar Nikolaus I. kultivierte diesen mechanischen Drill, der nicht ohne Auswirkungen auf das preußische Heer blieb. Der alte Wrangel war ein Meister des schulmäßigen Exerzierens und zugleich das Urbild eines echten Kavalleriegenerals.

Eben dieser Wrangel erkannte jedoch schon frühzeitig, daß solche Massen im Ernstfall unbrauchbar seien. Vielmehr müsse die Aufteilung in kleine Gruppen angestrebt werden. Der junge Haeseler war tief beeindruckt von der überragenden Persönlichkeit Wrangels. Bereits in diesen Jahren klang ein Leitmotiv im Leben Haeselers an, nämlich  das Suchen nach einer echten, brauchbaren Militärreform. Das erste Zusammentreffen mit Wrangel war allerdings durchaus ziviler. Haeseler ging mit seiner Schwester Anna in BERLIN unter den Linden spazieren. Er trug dabei Zivil und sein Mantel war mehr als knapp. Zeit seines Lebens bewahrte sich Haeseler eine großartige Gleichgültigkeit gegenüber allem Äußeren. Wrangel, der bekanntlich mit der Grammatik auf dem Kriegsfuß stand, entdeckte den Offizier im Knabenmantel und redete ihn an: "Wie heeßt du, mein Sohn?"  "Haeseler, Herr Feldmarschall." "So, denn bis wohl der Sohn von den Landrat von Feienwalde. Denn sag mal dein Papa, er soll dir eenen längeren Paletot koofen. Un wer ist denn dat?" Dabei zeigte er auf das junge Mädchen.  "Meine Schwester, Herr Feldmarschall."  "So, deine Schwester. Wie heißt Du denn, mein Kind?"  "Anna." Der Alte betrachtete wohlgefällig das hübsche Mädchen. " Deerf ich sagen: liebe Anna?"

Das bleibende Vorbild Haeselers wurde jedoch nicht Wrangel, sonder der gleichermaßen bewunderte wie abgelehnte Prinz Friedrich Karl von Preußen. Die Sympathie war sicherlich wechselseitig, denn im Juli 1860 machte Prinz Friedrich Karl den jungen Haeseler zu seinem Adjutanten. Damit begann ein wesentlicher Abschnitt im Leben Haeselers, den er beschrieben hat in einem dreibändigen Werk: "Zehn Jahre im Stab desw Prinzen Friedrich Karl". Von ihm empfing Haeseler bedeutende persönliche Leitlinien für sein gesamtes späteres Wirken.

Die erste militärische Bewährungsprobe erlebte Haeseler als persönlicher Adjutant des Prinzen Friedrich Karl im deutsch-dänischen Krieg 1864. Er war, wie namhafte Militärhistoriker sagen, für das preußische Heer eine Schule gewesen, wobei die Preußen lernten, wie man es nicht machen solle.

Wesentlicher und bedeutungsvoller wurde der deutsche Bruderkrieg 1866, den Haeseler als Hauptmann im Generalstab erlebte. Mit einem Schlag trat der bisher unbekannte Chef des Großen Generalstabes, General Helmut Graf von Moltke, ins Blickfeld der Öffentlichkeit. Eine verbürgte Begebenheit aus diesem Krieg verdeutlicht überzeugend die Situation. Moltke befahl ohne Genehmigung des Königs durch einen Kurier dem General von Manstein, er solle nicht angreifen, sondern die Frontstellung halten. Manstein überflog die schriftliche Anordnung und antwortete dem Kurier: " Das ist alles sehr richtig; aber wer ist dieser General von Moltke?"

Haeseler kam aus dem Krieg zurück mit dem brennenden Wunsch, in den Truppendienst übernommen zu werden. Bei seinem Eintreffen in Berlin bekam er die Nachricht, daß er als Rittmeister und Eskadronchef in das neu gebildete Husarenregiment 15 nach DÜSSELDORF versetzt sei. Mit 30 Jahren führte er erstmalig verantwortlich eine Kavallerieeinheit. Nach wenigen Wochen kannte er jeden Mann und jedes Pferd. Allerdings dauerte diese Tätigkeit nur ein Jahr. Bereits 1867 wurde er wieder in den Generalstab berufen und 1868 auf Drängen des Prinzen Friedrich Karl als erster Generalstabsoffizier zum 3. Armeekorps versetzt. Mit der ihm eigenen Energie ging Haeseler an die neue Aufgabe heran und übernahm sich derart, daß er im Winter 1868/69 schwer erkrankte. Um sich erholen zu können, sollte er die offene Stelle des Militärattachés in Italien bekommen.

Haeseler jedoch lehnte nach reichlicher Überlegung ab mit folgender Begründung: "Erstens glaube ich nicht, daß ich diese Eigenschaften besitze, die für jenen Posten notwendig sind. Ich kann kein Wort Italienisch und bin im Französischen nicht so gewandt um jene Lücke dadurch zu schließen. Ohne Sprachfertigkeit ist man aber für jenen Posten nicht zu gebrauchen. Ich besitze auch nicht die geselligen Eigenschaften, die für jenen mehr diplomatischen als militärischen Posten durchaus erforderlich sind. Ich muß also fürchten, die Stelle nicht ausfüllen zu können. Kommandiert dazu, würde ich mir nach allen Richtungen hin Mühe geben und nicht nur mir es vorzuwerfen haben, wenn ich doch nichts tauge; freiwillig würde es mir zum Vorwurf gereichen, wenn ich dort nicht Vorzügliches leisten sollte."

Die deutsch-französische Auseinandersetzung 1870/71 erlebte Haeseler als Major und erster Generalstabsoffizier in der 2. Armee unter dem Prinzen Friedrich Karl. In dieser Stellung hatte er einen großen Einblick in das gesamte Kriegsgeschehen, aber auch eine weitreichende Verantwortung. Selten wurden seine Vorschläge und Entwürfe abgeändert, da sie fundiert und verständlich waren. Haeseler selber beobachtete mit spürbarem Mißvergnügen das "Heer der Unbeschäftigten", wie er die zahllosen Adjutanten und Kuriere nannte. Er hatte, wie er in einem Brief sagte, "viel zu schreiben und wenig zu reiten". Immer standen für ihn zwei Pferde zum Abreiten bereit. Beim Aufmarsch der Truppen stand die 1. Armee Anfang August im Raume LEBACH - OTTWEILER. Sie sollte sich am 7. August im Raume LEBACH - SAARLOUIS und ILLINGEN - VÖLKLINGEN in Marschkolonnen staffeln. Der politische Höhepunkt des Krieges, die Kaiserkrönung im Spiegelsaal zu VERSAILLES, wird von Haeseler nicht registriert. Dafür kann es nur zwei Erklärungen geben: Entweder erfaßte er als unmittelbar Miterlebender die historische Bedeutung des Tages nicht, oder aber er war als preußischer Offizier zutiefst in der Tradition verwurzelt und stand dem Gedanken eines Deutschen Reiches innerlich ablehnend gegenüber.

Im Oktober 1872 wurde Haeseler Oberquartiermeister, eine Beförderung, über die er nicht besonders beglückt ist, denn er schreibt dazu: "Zum Oberquartiermeister ernannt, wäre lieber Kommandeur eines Regiments, möglichst eines Brandenburgischen, geworden. Immerhin ist die Ernennung als eine Anerkennung anzusehen. Hätte gern die gerade freiwerdenden 12. Dragoner oder 3. Ulanen gehabt." Am 12. Juli 1873 wurde dann er Kommandeur des 2. Brandenburgischen Ulanenregiments Nr. 11 in PERLEBERG und konnte am 19.09.1873 seine neue Dienststelle antreten. Mit 37 Jahren stand er als Oberst vor einem Regiment, das später seinen Namen trug. Seine lang gehegte Sehnsucht nach einem eigenen Kommando erschien damit erfüllt. Neben der reinen Truppenführung entwickelte Haeseler immer wieder Reformvorschläge, die in der "Anleitung für Arbeiten der Kavallerie im Felde" zusammengefaßt und dem Kriegsministerium vorgelegt wurden. Im Sommer 1878 erlitt er einen schweren Blutsturz mit nachfolgender Lungenentzündung. Da man ihn höheren Orts etwas schonen wollte, wurde Haeseler 1879 in den Großen Generalstab versetzt und dort zum Chef der kriegsgeschichtlichen Abteilung ernannt.

Nach Abschluß seiner Arbeiten im Generalstab wurde er 1880 Brigadekommandeur in NEISSE und kehrte 1889 als Oberquartiermeister in den Generalstab zurück.

Am 1. April 1890 wurden zwei neue Armeekorps gebildet. Haeseler erhielt als General der Kavallerie das Kommando über das 16. Armeekorps, das seinen Sitz in METZ hatte und zu dessen Bereich auch SAARLOUIS gehörte.

Damit begann die Zeit seines bahnbrechenden Wirkens auf sein Armeekorps und auf die Gesamtheit des Heeres. Den Auftakt dazu bildete die erste Parade des gesamten Armeekorps vor seinem 54jährigen Chef. Auf dessen Anordnung erfolgte der Vorbeimarsch nicht wie bisher üblich und seit Friedrich d.Gr. gewohnt, in breiter Formation, sondern in Marschkolonnen. Dabei gewann jeder Soldat den Eindruck, als habe der kommandierende General ihn persönlich ins Auge gesehen. Jeder gewann im Laufe der Zeit die Überzeugung, daß der Chef an ihm persönlich Anteil nimmt. "Darin lag der unermeßliche Einflluß, den Haeseler auf die Truppe ausübte, daß sie ihm nicht eine Masse war, geeignet nur zu grandioser mechanischer Leistung, sondern eine Zusammenfassung von Einzelpersönlichkeiten, von denen die höchste Leistung des Einzelnen zugleich ein Maximum der Gesamtleistung bedeutete." Nur von diesem Veartrauensverhältnis persönlicher Art her sind die großartigen Leistungen des 16. Armeekorps von METZ zu erklären.

So mußte am Ende der Rekrutenausbildung in Doppelmärschen innerhalb von 24 Stunden 70 Kilometer zurückgelegt werden. Diese Marschleistung war dreimal auszuführen. Ein Augenzeuge berichtet darüber folgendes: "Wenn im Winter kein Mond am Himmel stand, wenn der Schnee knietief lag und wenn es in der schönen Übergangsjahreszeit in den Schnee regnete, dann belebten sich die Straßen Lothringens von Leutnants, die im Stechtrabe durch das Land zogen. Haeseler hatte zwei Methoden solcher Ritte.

Entweder stand an einer verborgenen Stelle in einem entlegenen Wald ein Rittmeister, bei dem, aus allen Garnisonen Lothringens herkommend, sich ein Dutzend Leutnants meldete, oder von zwei Garnisonen hatte je ein Leutnant auf genau bezeichneten Wegen, die meist durch Wald führten, nach der Nachbargarnison zu reiten, so daß beide, wenn sie vollkommen richtig ritten, einander begegnen mußten. Diese Art von Ritten war besonders unbeliebt, weil der Reiter nicht nur von seiner eigenen, sondern auch von der Intelligenz des Anderen abhängig war. Im allgemeinen hatte jeder Leutnant der berittenen Waffen sowie die Adjutanten der Fußwaffen sechs derartige Ritte im Winter auszuführen. Wer seinen Auftrag nicht ausführte, ritt so oft, bis er ihn vollbracht hatte. Es war eine harte Schule, aber die Befangenheit vor der Nacht verloren wir vollkommen."

Nach 13jähriger vorbildlicher Tätigkeit als kommandierender General wurde Haeseler 1903 als Generaloberst verabschiedet. Die Verehrung, die er als Truppenführer genoß, kam in der 1905 erfolgten Gründung des "Haeseler-Bundes" deutlich zum Ausdruck. Eine wohl einmalige Ehrung erfuhr Haeseler nach seiner Verabschiedung: Im Jahre 1905 wurde er aufgrund seiner Verdienste und seines Wirkens zum Feldmarschall ernannt. Als Feldmarschall a.D. widmete sich Haeseler, der Junggeselle geblieben war, der Verwaltung des Gutes Hernecop. Spartanisch in seiner persönlichen Lebensführung, tat er auch nur das Notwendigste für die Unterhaltung des Hauses. Gelegentlich eines Besuches bemerkte ein Neffe auf dem Dachboden eine große Anzahl alter Konservendosen. Wo ein Loch im Ziegeldach war, regnete es lustig herein. Kommentar des sparsamen Onkels: "Eine Dachreparatur ist darum noch lange nicht nötig. Sie haben nur vergessen, eine Konservendose aufzustellen. Man nuß nur darauf achten, daß sie genau vertikal unter dem Loch stehen." Haeseler kaufte sich in PLAPPEVILLE in Lothringen eine bescheidene Villa, die er alljährlich aufsuchte. Von hier aus unternahm er ausgedehnte Ritte ins Land und suchte die Schlachtfeldaer des Krieges 1870/71 auf. Mit seinen Nachbarn, dem Milchhändler von PLAPPEVILLE, hatte er besondere Freundschaft geschlossen. Wollte Haeseler eine Reise nach METZ unternehmen, so wurde der Wilchwagen angespannt, ein Stuhl hineingestellt, und auf diesem Gefährt zog der Feldmarschall a.D. nach METZ.

Am 01.09.1903 wurde Haeseler Parlamentarier und ins Herrenhaus berufen. Er sah darin mehr eine dekorative Ehrung. Beherzt und mutig packte er die ihm fremde Arbeit an. In dieser Eigenschaft befürwortete er den Bau der Bahn von WALDWIESE nach MERZIG. Der damalige Bürgermeister von MERZIG bat Haeseler um Intervention, und die Popularität des Feldmarschalls siegte über die Engstirnigkeit juristischen Denkens. Die Bahn konnte bis Merzig durchgebaut werden.

Im letzten Jahrzehnt seines Lebens mußte Haeseler die wohl bitterste Enttäuschung verkraften. Beim Ausbruch des ersten Weltkrieges war er bereits 78 Jahre als, aber körperlich und geistig noch voll auf der Höhe. Nach einem ungeschriebenen Gesetz des Kriegsministeriums sollte kein Offizier über 70 Jahre ein aktives Kommando erhalten. Haeseler glaubte, mit ihm werde eine Ausnahme gemacht und bat um ein Kommando. Sein Gesuch wurde jedoch abgelehnt. Auch die Bitte nach einer persönlichen Audienz beim Kaiser wurde nicht erfüllt. Stattdessen stellte man Haeseler anheim, beim Generalkommando des 16. Armeekorps am Krieg teilzunehmen. Das bedeutete für ihn, Zaungast zu spielen. Diese herbe Enttäuschung mußte er erst überwinden. Nur das Zuhause-bleiben, das ihm noch unerträglicher erschien, veranlaßte Haeseler, die undankbare Rolle des Zuschauers zu übernehmen. Die Resonanz bei der Truppe war verblüffend: "Nun ist der alte Haeseler da, nun muß es Gutgehen!" Mit wachen Augen verfolgte Haeseler das Geschehen an der Front und beobachtete genau die Bewegungenen auf der französischer Seite, zumal er die Theorien des französischen Generalstabes kannte. Seinem Ordonnanzoffizier gegenüber äußerte er einmal: "Wir rennen mit geschlossenen Augen in eine Falle." Als dieser ihn bat, seine Bedenken bei der Heeresführung zur Sprache zu bringen, sagte Haeseler kurz: "Ich dränge mich nicht auf."

Eine große Huldigung erfuhr Haeseler am 19. Januar 1915 anläßlich seines 80. Geburtstages, der zu einem echten Festtag der Truppe wurde. Ein Jahr später traten gesundheitliche Schädigungen auf. Im gleichen Jahr brach er bei einem Fall beide Handgelenke. Daraufhin kehrte er nach Hernecop zurück, wo er am 26. Oktober 1919 im Alter von fast 84 Jahren starb. 

Zwei Tage vor seinem Tode stieg er noch einmal zu Pferde und ritt druch seine Alleen, durch den Park und am See entlang. Nach einem erfüllten Leben wollte er Abschied nehmen von seiner geliebten Heimat.

Worin liegt nun die Bedeutung dieses Mannes?

Haeseler war ein Friedensgeneral. In den Kriegen 1864, 1866 und 1870/71 war er noch auf dem Wege, ein Werdender. Im ersten Weltkrieg führte er kein Kommando mehr. Es ist nicht leicht, eine militärische Persönlichkeit zu erfassen und zu würdigen, deren Wirkung sich nicht in den Annalen der Kriegsgeschichte findet. Haeseler muß trotz allem zu den großen des Heeres gezählt werden, denn sein Wirken hat das deutsche Heer der Vorkriegszeit geformt und geprägt. Drei wesentliche und charakterliche Markmale bestimmen sein Denken und Handeln:

- Die Reform des Heeres

- Die geistige Ausrichtung der Truppe

- Der hohe Ausbildungsstand der Truppe

Die Reformvorschläge Haeselers, gewachsen aus reicher Erfahrung als General und Truppenführer, fanden ihren Niederschlag in der Neubearbeitung des Exerzierreglements für die Kavallerie und in der Solddienstordnung von 1887. Darin ist eine deutliche Absage gegenüber allen Massenaufmärschen zum Ausdruck gebracht. Stattdessen wird darin der Wert des verantwortlich handelnden und entscheidenden Einzelkämpfers betont.

Aus dieser Einsicht heraus fordert Haeseler die geistige Ausrichtung der Truppe. Ein plumper Heerkörper, der ohne Führung versagte, war ihm ein Greuel. 

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Der hohe Ausbildungsstand des Heeres lag Haeseler besonders am Herzen. Deshalb führte er immer wieder Manöver durch. Die Leitung des 16. Armeekorps, das war unbestritten, galt als vorbildlich für das gesamte Heer. Ohne diese gediegene Ausbildung hätte die Armee des ersten Weltkrieges ihre Leistungen gewiß nicht erbracht.

In all den aufgezeigten Beziehungen ist Feldmarschall Graf von Haeseler ein durchaus moderner und in unserer Zeit noch aktueller Truppenführer. Es ist sicherlich wertvoll, das Leben dieses Mannes zu studieren und einiges von seinem Geist zu übernehmen.

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Quelle: Verbandschronik Nachschubbataillon 2 aus dem Jahre 1993

 

 
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